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opernkompass 2026

opernKompass 2026

Im März 2026 besuchten Teilnehmende des Studienkompass die Staatsoper in Hannover und tauchten in die Welt der Oper ein. Zum Auftakt erhielten sie eine Einführung in verschiedene Theaterberufe und erfuhren, welche vielfältigen Aufgaben hinter den Kulissen dafür sorgen, dass die Magie des Theaters auf der Bühne funktioniert. Anschließend besuchten die Teilnehmenden einen Workshop zur Dramaturgie, in dem sie gemeinsam an Übungen rund um Schauspiel und Inszenierung arbeiteten, die von Puccinis Turandot inspiriert waren. Bei einer Führung durch das Opernhaus durften die Teilnehmenden die Maske, den Kostümfundus und vieles mehr kennenlernen. Die Veranstaltung wurde durch unseren Initiativpartner Deutsche Bank Stiftung ermöglicht.


Fentkes Eindrücke über den opernKompass

Als ich zum Opernkompass nach Hannover gereist bin, war ich neugierig, aber auch etwas unsicher. Oper – das klang für mich zunächst nach einer fremden, wenig vielschichtigen und vielleicht sogar etwas „elitären“ Welt. Umso spannender war es, hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Schon beim Treffen in der Jugendherberge wurde mir klar: dieses Wochenende würde nicht nur informativ, sondern auch persönlich bereichernd werden.

Der erste Tag begann mit einem Kennenlernen und einer Einführung in die verschiedenen Theaterberufe. Besonders beeindruckend fand ich, wie viele unterschiedliche Bereiche an einer Produktion beteiligt sind – von der Dramaturgie bis zur Technik.

Eine wichtige Kernessenz war, dass auch an der Oper der Berufsweg nicht geradlinig verlaufen muss. Durch die Gespräche mit den Mitarbeitenden wurde uns aufgezeigt, dass es nie zu spät ist, sich beruflich umzuorientieren. Wichtig sei nur, das zu tun, was uns Spaß macht.

Mit diesen Worten gingen wir zum gemeinsamen Abendessen, tauschten uns aus und verarbeiteten die ersten Eindrücke.

Am zweiten Tag ging es direkt weiter mit einem Workshop mit der Theaterpädagogik. Wir konnten mit Theatertechniken selbst kreativ werden, haben gesungen und Standbilder passend zur Oper Turandot inszeniert. Die eigene Komfortzone zu verlassen und sich künstlerisch vor anderen zu zeigen, war für einige von uns und auch für mich eine ziemliche Herausforderung. Dennoch haben wir uns alle darauf eingelassen und unglaublich viel Spaß miteinander gehabt!

Theaterpädagogen sind das Bindeglied zwischen Bühne und Publikum. Sie haben uns erste Einblicke in das Stück Turandot gegeben und als das Gespräch auf die Zielgruppe der Oper kam, wurde eines immer wieder betont: Die Oper soll ein Ort für alle sein! Auch die Dramaturgie hat das Thema am Vortag schon aufgegriffen und erklärt, dass die Staatsoper staatliche Förderung erhält und sich somit alle wohlfühlen sollten, in die Oper zu gehen. Unabhängig von Altersgruppe, Herkunft und Bildungsstand sind alle in der Oper willkommen!

Danach folgte eine Führung durch das Opernhaus – ein absolutes Highlight! Wir durften Bereiche sehen, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben, wie die Maske, der Kostümfundus und der Bühnenbereich. Wer hätte schon gedacht, dass der gesamte Bühnenbereich der Staatsoper Hannover 300 Quadratmeter groß ist? Oder, dass für die Perücken Schaumstoff-Nachbildungen der Köpfe angefertigt werden? Für mich jedenfalls war das neu.

Der Abend war für mich der emotionalste Teil. Nach einer Einführung besuchten wir die Aufführung „Turandot“, welche ein nicht vollendetes Werk des Komponisten Giacomo Puccini ist. Das Finale ist von Luciano Berio komponiert. Die Musik, die Stimmen und die gesamte Inszenierung haben mich tief berührt und zum Denken angeregt. Welche gesellschaftlichen Probleme werden kritisiert? Wie aktuell ist das gezeigte Thema eigentlich noch? Ist die Vollendung von Berio passend zu Puccini? Was hätte ich persönlich anders gemacht?

Am letzten Tag hatten wir die Gelegenheit, unsere Fragen loszuwerden. Im Plenum haben wir das Stück gemeinsam mit der Dramaturgie nachbesprochen und sind wir auf viele Details eingegangen. Schon verrückt, wie verschieden Menschen Dinge wahrnehmen, und umso spannender war es, sich auszutauschen.

Das Ende kam viel zu früh und dann hieß es nur noch „Kommt gut nach Hause!“. Allen stand eine lange Heimreise bevor, denn wir kamen alle aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Niemand kannte sich vorher schon, jede Regionalgruppe war nur einmal vertreten. Und in meinen Augen hat das den Opernkompass erst so richtig besonders gemacht. Jeder hat mit jedem geredet, alle haben gemeinsam interagiert, da sich durch die deutschlandweite Zerstreuung im Vorhinein keine Gruppen gebildet haben und alle offen und vorurteilsfrei waren.

Alle, die sich beworben haben, haben dies aus eigenem Interesse und nicht aus Gruppenzwang oder sonstiger Motivation heraus gemacht. Und das hat man auch bemerkt, denn alle waren durchgängig aufmerksam und interessiert, haben Fragen gestellt und ihre persönliche Meinung mitgeteilt. Es war inspirierend zu sehen, dass alle anderen es genauso ernst genommen haben, wie man selbst! Die Gruppendynamik hat den Opernkompass erst so richtig belebt!

Zusammenfassend war der Opernkompass für mich eine intensive, emotionale und lehrreiche Erfahrung. Ich habe nicht nur einen Zugang zur Oper gefunden, sondern auch viel über Kreativität, Teamarbeit und berufliche Möglichkeiten gelernt. Dieses Wochenende hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, neue Perspektiven einzunehmen und dass man immer über sich selbst hinauswachsen kann.

Vielen Dank an den Studienkompass für diese Möglichkeit, ebenso an Birte für ihr Mentoring und natürlich an die Staatsoper Hannover, welche uns diese wunderschönen Erinnerungen geschaffen hat!